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Und wann wurde der Ärmelkanal zum Projekt "Swim4them"?

  • judithhanel
  • 10. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Gute Frage. Nun, ich weiß auch das nicht mehr genau. Irgendwann habe ich mal den Film "Benjamin Button" gesehen und war fasziniert von der Frau (gespielt vonTilda Swinton), die versuchte durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Mehr aber auch nicht. Mir kam nicht der Gedanke, dass ich das auch bewältigen könnte.


Irgendwann nahm ich an dem damals noch sehr kleinen "Stadler Triathlon" in Erkner teil.


Eine übeschaubare Distanz: 700m schwimmen, 30km Rad fahren, 3km Laufen. Das war 2018. Ein Jahr vorher begann ich, mich auf diesen Wettkampf vorzubereiten. Ich war nie eine Wettkampf-Maus. Wozu sich mit anderen messen? Muss das sein? Kann man nicht einfach nur Spaß haben? Doch ich zog das durch und es war spannend auf eine Sache ganz konkret hin zu arbeiten. Man kam schnell in Kontakt mit anderen Sportlern und hatte schnell das Gefühl "mit dabei zu sein".


Vor 4 Jahrend dachte ich:

"Och, das war doch damals in Erkner gar nicht so schlecht. Kann man das nicht noch mal machen? Aber irgendwie ist das mit dem Laufen doof. Gibt es nicht was ohne Laufen? Warum nicht nur schwimmen? Vielleicht ja was längeres? Mit längerer Vorbereitungszeit? Warum nicht zum 40. Geburtstag? Muss ja nicht immer 'ne Feier sein."


So waren die anfänglichen Gedanken und auf einmal fiel mir ein Buch in die Hände. Auch da schwamm eine Frau durch den Ärmelkanal. Und wieder gingen die Gedanken:

"Wow, das ist schon ziemlich cool. Aber auch ziemlich cool kalt. Ziemlich weit auch. Und irgendwie schon auch gefährlich. Ach nee, das machen wir mal lieber nicht. Oder doch? Was, wenn man gut trainiert? Ach nee. Ach doch?"

Es dauerte eine Weile bis sich in meinem Kopf der Gedanke festgebissen hatte. Doch dann begann ich den ersten Leuten davon zu erzählen. Nun gab es kaum noch ein Zurück.


Schnell war mir klar, nur für meinen 40. Geburtstag will ich nicht schwimmen. Schon vor einigen Jahren lernte ich die Organisation "Open Doors" kennen und war berührt und gerührt von deren Einsatz für verfolgte Christen. Ich wusste damals noch nicht wie, aber irgendwie musste das mit meinem Projekt zusammen gehen. Ich begab mich auf die Suche.


Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch nicht mal richtig kraulen: ca. 20m habe ich geschafft, bevor mir die Luft ausging. Ich fing an, alles mögliche zu lesen. Weitere Bücher über Menschen, die das schon gemacht haben. Gruppen auf Facebook anschreiben und und und. Mir war klar, dass ich meine körperlichen Leistungen nicht alleine dahin bringen kann, damit es reicht, um über den Kanal schwimmend zu kommen - höchstens wenn ich mit der Fähre fahre. Also suchte ich mir einen Trainer.


In Suhl sah ich wie neben mir einen ambitionierte Schwimmerin trainierte. Ich quatschte sie einfach an, wie ich das eben immer mache, wenn ich etwas will:

"Huhu, sag mal, trainierst Du in einem Verein oder so?"

"Ja, wir trainieren immer samstags. Kannst gerne mal mitkommen."

"Oh fein, das mache ich."

Nummern ausgetauscht und zack, war ich bei den Profis. Au weia. Ich dachte, die lachen mich aus, wenn sie erfahren, dass ich über den Ärmelkanal schwimmen will und noch nicht mal richtig kraulen kann. Doch keiner lachte. Auch der Trainer Gunnar Schuller nicht. Er lachte auch nicht in unserem ersten Gespräch. Zumindest nicht über diese Idee. Er war begeistert und das gab mir Mut. Doch ich hatte Sorge, dass er mir etwas überstülpen würde, was ich nicht will... was nicht ich bin. Und so verging noch fast ein Jahr bis ich mich entschied, dass ich meinem Trainer ein Geschenk gebe: Mein Vertrauen. Seit dem hat er es und verwahrt es gut. Und noch wichtiger: Er trainiert mich gut. Oft steinhart, aber wer schon mal einen Bauchklatscher gemacht hat, weiß, dass auch Wasser steinhart sein kann. Also: Betse Voraussetzungen.


Open Doors holte ich auch mit ins Boot. Ha ha, was für ein Wortwitz. :-P

Ich fuhr in die Zentrale nach Kelkheim und besuchte das Tagesseminar "Big Picture". Konkrete Einblicke, wo und wie Christen verfolgt werden, Hintergünde und auch Ermutigungen für uns Christen hier in den westlichen Ländern ließen mich sicher werden, dass das die Organisation ist, die ich unterstützen wollte. Was will ich eigentlich erreichen:


--> Ich möchte mit diesem Projekt auf die Situation verfolgter Christen aufmerksam machen. In den Medien wird oft gar nichts oder -noch schlimmer- falsch darüber berichtet wo und wie Christen verfolgt werden. Fakt ist: Besonders Christenverfolgung hat in den letzten Jahren massiv zugenommen und wird immer brutaler und gewalttätiger. Noch nie davon gehört? Frag Dich mal warum!


--> Ich möchte mit diesem Projekt Menschen und vor allem auch andere Christen erreichen, die sich mit Christen auf der ganzen Welt als ihre Brüder und Schwestern verbunden fühle und für sie beten - denn das ist nicht nur das, was sie sich am meisten wünschen, sondern auch unsere stärkste Waffe.


--> Ich möchte mit diesem Projekt Christen in allen Ländern ermutigen: Halte an Jesus fest, egal wie Deine äußeren Umstände aussehen. Siehst Du wie es Pastor Yang in Myanmar macht? Oder Li in Nordkorea?


--> Ich möchte mit diesem Projekt zeigen, dass die christliche Kirche weltweit wächst, auch wenn wir im Westen oft denken sie verschwindet komplett. Auch hier die Aufforderung nachzufragen, warum das wohl so ist!


--> Ich möchte mit diesem Projekt auch zeigen, dass alles möglich ist, wenn man Gott auf seiner Seite hat: Er kann sogar aus einer mittelmäßigen Brustschwimmerin einen Kraul-Torpedo machen. Ja, mit Gottes Hilfe!


Deshalb schwimme ich weiter. Deshalb gibt es dieses Projekt!

 
 
 

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